Sonntag, 1. November 2015

Soooo meine Lieben,

in meinen bisherigen drei ein halb Monat in Australien hatte ich eigentlich nur Hochpunkte; Deshalb wurde ich vor fast zwei Wochen mit dem Tiefpunkt böse überrascht.

Es weiß zwar schon fast jeder, aber für die, die es noch nicht wissen hier noch einmal die ganze Geschichte:
Also das war am Freitag den 23.10, und fing damit an, dass ich den Kindern zum Lunch ein Sandwich machen wollte und mir dabei mit einem stinknormalen Besteckmesser LEEEEICHT in den Finger geschnitten habe. Ich habe noch kurz Wasser über die Verletzung laufen lassen und dann wurde mir plötzlich mega schwindelig und schon bin ich in Ohnmacht gefallen und dabei stark mit meinem Kopf gegen das Fenster, die Kante der Fensterbank und schließlich auf den Fliesenboden gedonnert. 
Ich habe keine Ahnung wie lange ich da lag, aber als ich aufwachte, saß meine Vierjährige heulend neben mir und hat gefragt was los sei und ob bei mir alles okay wäre. Ich habe direkt gespürt, dass mein Hinterkopf bombenmäßig weh tat, aber was passiert war, musste ich mir von ihr beschreiben lassen.
Sie brachte mich ohne jegliche Anweisungen aufs Sofa und hat mich mit einer Decke und Wasser versorgt, während die Einjährige direkt mit einem Kühlakku angelaufen kam und sich an mich kuschelte- während meine Tränen und der Schmerz nicht zu stoppen waren.
Da meine Gastmama auf der Arbeit war und der Gastpapa ebenfalls weeeit weg auf einem Golfausflug, durfte ich meine erste Begegnung mit dem Opa meiner Gastkinder machen, der direkt vorbeikam und den Krankenwagen rief.
Was es mir sehr erleichtert hat, war, dass einer der beiden Rettungssanitäter im Krankenwagen Deutsch sprach :)
Mein Gastpapa kam direkt ins Krankenhaus gefahren und meine Gastmama kam schließlich auch nach, weil sie sich vor lauter Sorgen auf der Arbeit nicht mehr konzentrieren konnte. Süß, oder?
Jetzt, ein und halb Wochen später, geht es mir immer noch genauso wie direkt nach dem Vorfall. Die Ärzte haben das "Post Concussion Syndrom" diagnostiziert. (wortwörtl, Nach Gehirnerschütterung Syndrom). Das heißt ich hab mega die starken, durchgängigen Kopfschmerzen, mir ist schwindelig und ich könnte die ganze Zeit schlafen. Ich schlafe auch ehrlich gesagt fast 20 Stunden pro Tag weil ich einfach so k.o bin. Der Arzt meinte, dass das jetzt noch mind. ein Monat andauern würde, aber jeden Tag einbisschen besser werden sollte... Das Einzige was hilft, ist ruhen, kühlen und Schmerzmittel nehmen, die aber leider den Schmerz nur im geringsten lindern können. Ach, und ne Delle hatte ich und habe ich immer noch leicht im Hinterkopf...
Meine Gastmama hat sich aber gott sei Dank jetzt zwei Wochen freigenommen und somit muss ich auch nicht arbeiten und kann mich solange voll und ganz ausruhen und von ihr versorgen lassen; sie ist ja auch Krankenschwester. Meine Gastmama hat mich auch schon zu Ärzten gefahren und ich lag in einer MRT-Röhre.
Meine ganze Gastfamilie kümmert sich insgesamt sooo super um mich, dass ich oft gar nicht weiß, ob ich vor Schmerz oder Rührung heulen soll. Meistens ists dann beides....
 Meine Gastmama hat die ersten Nächte danach zum Beispiel bei mir geschlafen und mich die Nächte durch mit allem Nötigen zu versorgen; generell kommt sie jede Stunde zu mir ans Bett um sicherzustellen, dass es mir gut geht (bzw so gut es eben möglich ist). Ich habe von ihnen Blumen geschenkt bekommen, bekomme von den Gastkindern "Gute Besserungs"-Briefe und Umarmungen sowie Küsse. Gestern habe ich sogar eine Kopfmassage von der Kleinen bekommen und das Essen wird mir auch immer ans Bett gebracht.
Es geht mir aufjedenfall schon etwas besser, aber es braucht wohl noch eine ganze Weile, bis es komplett verheilt ist... Aber bei meiner Gastfamilie bin ich ja echt super aufgehoben und ich werde toll verpflegt.

Liebe Grüße:)

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